Die wohl beutendste Zeit in der Vergangenheit von Volkmarode liegt zwischen dem 11.-13. Jahrhundert, die wichtigsten Ämter waren einigen wenigen Familien vorbehalten, die die Führungsschicht der Ministerialität bildeten und die an Ansehen und Wohlstand gelegentlich sogar edelfreie Geschlechter übertrafen. Auch die Herren von Volkmarode, die erst unter Heinrich dem Löwen als welfische Ministeriale auftauchen, gehörten zur Gruppe der führenden Geschlechter. Der erste urkundlich mit Sicherheit nachweisbare Vertreter des Geschlechts ist „Fridericus de Volkmeroth“ (auch Volkmariggerod), der 1154 erstmals im Gefolge des Herzogs Heinrich der Löwe auftaucht. Schon unter Heinrich dem Löwen ist die Stammverwandschaft der Herren von Volkmarode mit der welfischen Ministerialität „von Esbeck“ (Esbeck bei Schöningen) belegbar, das sich zu einem der bedeutendsten niederadligen Geschlechter im östlichen Grenzbereich des Herzogtums Braunschweig entwickelte.
An der strategisch günstigen Anhebung in der Mitte des früheren Bauerndorfes befand sich wahrscheinlich um das Jahr 1100 eine Burg, wahrscheinlich Sitz des Geschlechts der Herren von Volkmarode.
Der Kreuzaltar im Braunschweiger Dom, vom Stiftsherrn Ludolf von Volkmarode fundiert und schon 1196 vorhanden, stand im Schiff der Kirche zwischen den beiden Chortreppen. Vor dem Kreuz und dem Kreuzaltar stand der von Heinrich dem Löwe angeschaffte Siebenarmige Leuchter. In einer Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1196 verpflichtet sich Ludolf von Volkmarode für die Kerzen dieses Leuchters zu sorgen. Die einflußreiche Familie, besaß zudem zahlreiche Ländereien und das Zehntrecht in vielen Orten zwischen Harz und Heide. Letztmalig erwähnt wird die Familie im Jahr 1249 in einer Urkunde von Otto dem Kind für das Kloster Riddagshausen.
Die St.Thomas Kirche in Volkmarode
Auf der höchsten Erhebung im Zentrum des alten Bauerndorfes befindet sich die evangelische Kirche St. Thomas. Ihre Vorgängerin wurde 1619 verwüstet, als marodierende Truppen im 30-jährigen Krieg bis auf drei Höfe den gesamten Ort niederbrannten. An der Südseite der Burg wurde, die damalige Volkmaroder Kirche gebaut. An dieser Stelle befand sich eine Holzkirche aus dem 9.Jahrhundert, errichtet von den Fuldaern Mönchen. Hier entstand ein romanischer Neubau mit rechteckigem Grundriss und Westturm in der heute noch vorhandenen Abmessung. Der frühere Eingang zum Kirchenraum ist noch heute an der Nordseite im Sockel des ersten Fensters zu sehen, ebenso sind zwei romanische Fenster an dieser Wandseite erkennbar; diese wurden später zugemauert. Der jetzige Eingang zum Kirchenraum, auf der Westseite des Turmes, wurde 1820/25 bei Umbauten geschaffen.
Ein steinerner Bogen, der die innere Trennung zum Chor bildete, wurde damals auch weggenommen. Wesentliche Umbauten erfolgten im 15.Jahrhundert im Baustil der Gotik. Im Süden wurde eine Vorhalle errichtet als Aussegnungskapelle. Hier befindet sich an der Südwestecke ein Stein mit der Jahreszahl "MccccXVIII" unten ein weiteren Stein von 1498. In diesem Anbau ist der sehr steile Aufgang zu Empore und Turm. Interessant ist, dass bei beiden Anbauten und bei der Aufstockung des Ostgiebels neben dem Elmkalksteinen auch rote Buntsandsteine aus dem Nußberg-Steinbruch zur Verwendung kamen. Dies zeigt die Beziehung zur Stadt Braunschweig, denn etwa 1302 war der Besitz des Burghofes und der Kirche an St. Aegidien in Braunschweig gefallen. Das Kirchenschiff hat im Norden und Süden je drei große gotische Fenster, von denen zwei sich etwa symmetrisch gegenüberliegen. Im Osten ist ein weiteres gleich großes Fenster. Diese Fenster wurden ebenfalls im 15.Jahrhundert eingebaut. Auch der Turm erhielt in der Gotik im oberen Geschoss vier Spitzbogenfenster als Schallöffnung für die Glocken. Das Dach des Turmes geht vom Viereck zur Kegelform über. Seine Gesamthöhe beträgt etwa 26 Meter.
Der Altar im Inneren ist gemauert und mit einer Steinplatte versehen. Den Altaraufsatz hat um 1656 Pastor Werdenius neu erstellen lassen. Es besteht aus drei übereinander stehenden Ölbilder-Abendmahl, Kreuzigung, Grablegung. Seitlich von zwei Säulen zwischen barockem Schnörkelwerk - links Moses mit den Gesetzestafeln, rechts Johannes der Täufer mit einem Kreuz in der rechten Hand und dem Lamm am Herzen auf dem linken Arm. 1941 mußte eine Glocke als Kriegsspende abgeliefert werden. Sie konnte durch Spendenmithilfe der Gemeinde 1967 durch drei neue bronzene Glocken ersetzt werden.
Spätmittelalter - Mitte des 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Von 1354, an bis in die Napoleonische Besatzungszeit, gehörte Volkmarode zum Amtsbezirk Campen. Nach dem Friedensvertrag von 1494 zwischen der Stadt Braunschweig und den Herzögen kam das Amt Campen für fast zwei Jahrhunderte, von 1512 bis 1706, zum Fürstentum Lüneburg. 1706 erstritt Anton Ulrich den Amtsbezirk für das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zurück.